Am Anfang jeder neuen Zeit
sehnt sich der Mensch nach Sicherheit
Man fragt die Propheten,
die falschen und echten
und wohl auch sich selbst:
mit was ist zu rechnen?
Doch den Prognosen ist eins gemein,
man kann sich in keinem Fall sicher sein.
Nur eins ist gewiss in nächster Zeit
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit,
dass an dreihundertfünfundsechzig Tagen
Gelegenheit ist, etwas Neues zu wagen,
und an vierundzwanzig Stunden etwas zu tun
um vorwärts zu gehn oder auszuruhn
dabei sechzig Minuten bewusst zu leben
in stetem Austausch von Nehmen und Geben
und dann im Sekundenaugenblick
zu erkennen, das Leben an sich ist schon Glück.
Das sagt den Propheten,
den falschen und echten
und auch jeder sich selbst:
Was bringt es zu rechnen,
Orakel zu fragen und prophezeihn?
Am Ende wird alles doch anders sein.
Das neue Jahr bringt jeden Tag frische Zeit,
das kommt auf uns zu, mit Sicherheit.
Benedikta Buddeberg
Donnerstag, 1. Januar 2009
Samstag, 9. August 2008
Verrückt
Sie sagen von dir
du seist leicht verrückt
sei nicht beleidigt
sei entzückt
denn wem
wenn nicht dem
der für verrückt erklärt
wäre es die Sache wert
etwas zu ändern in dieser Welt
etwas zu tun auch ohne Geld
etwas ganz Unerhörtes zu meinen
etwas Neues nicht nur zu erträumen
neben den großen Strömen zu stehn
und nie da gewesene Wege zu gehn
ja wem
wenn nicht dem
der für verrückt erklärt
wäre es die Sache wert
Sie sagen von dir
du seist leicht verrückt
sei nicht beleidigt
sei entzückt
Benedikta Buddeberg
du seist leicht verrückt
sei nicht beleidigt
sei entzückt
denn wem
wenn nicht dem
der für verrückt erklärt
wäre es die Sache wert
etwas zu ändern in dieser Welt
etwas zu tun auch ohne Geld
etwas ganz Unerhörtes zu meinen
etwas Neues nicht nur zu erträumen
neben den großen Strömen zu stehn
und nie da gewesene Wege zu gehn
ja wem
wenn nicht dem
der für verrückt erklärt
wäre es die Sache wert
Sie sagen von dir
du seist leicht verrückt
sei nicht beleidigt
sei entzückt
Benedikta Buddeberg
Sonntag, 4. Mai 2008
Frühlingsbegegnung
Frühlingsbegegnung
Er lächelt überglücklich
schlurfend Schritt vor Schritt er setzt
und redet ständig vor sich hin
die Händen halten sich krampfhaft fest
Die erste Frühligssonne
lockte ihn aus dem Zimmer heraus
ist heute schon erstaulich warm
streichelt sanft ihm die welke Haut.
Er lächelt überglücklich
schlurfend Schritt vor Schritt er setzt
und redet ständig vor sich hin
die Händen halten sich krampfhaft fest
Die Vögel zwitschern ein erstes Lied
er bleibt stehn und atmet tief
wär ihm mehr Luft geblieben
sänge er am liebsten mit
Er lächelt überglücklich
schlurfend Schritt vor Schritt er setzt
und redet ständig vor sich hin
die Händen halten sich krampfhaft fest
Erste Blüten verkünden den Frühling
er hatte nicht mehr gedacht
dass er das noch erleben würde
nach den Tagen voll Kälte und Nacht
Er lächelt überglücklich
schlurfend Schritt vor Schritt er setzt
und redet ständig vor sich hin
die Händen halten sich krampfhaft fest
Der Winter ist vergangen
es darf noch mal Frühling sein
mit den warmen Sonnenstrahlen
fällt Lust zu Leben in ihn hinein.
Er lächelt überglücklich
redet pausenlos vor sich hin.
schiebt nicht Gehhilfe sondern den Buggy
und spricht mit dem Urenkelkind
Er lächelt überglücklich
schlurfend Schritt vor Schritt er setzt
und redet ständig vor sich hin
die Händen halten sich krampfhaft fest
Die erste Frühligssonne
lockte ihn aus dem Zimmer heraus
ist heute schon erstaulich warm
streichelt sanft ihm die welke Haut.
Er lächelt überglücklich
schlurfend Schritt vor Schritt er setzt
und redet ständig vor sich hin
die Händen halten sich krampfhaft fest
Die Vögel zwitschern ein erstes Lied
er bleibt stehn und atmet tief
wär ihm mehr Luft geblieben
sänge er am liebsten mit
Er lächelt überglücklich
schlurfend Schritt vor Schritt er setzt
und redet ständig vor sich hin
die Händen halten sich krampfhaft fest
Erste Blüten verkünden den Frühling
er hatte nicht mehr gedacht
dass er das noch erleben würde
nach den Tagen voll Kälte und Nacht
Er lächelt überglücklich
schlurfend Schritt vor Schritt er setzt
und redet ständig vor sich hin
die Händen halten sich krampfhaft fest
Der Winter ist vergangen
es darf noch mal Frühling sein
mit den warmen Sonnenstrahlen
fällt Lust zu Leben in ihn hinein.
Er lächelt überglücklich
redet pausenlos vor sich hin.
schiebt nicht Gehhilfe sondern den Buggy
und spricht mit dem Urenkelkind
Mittwoch, 13. Februar 2008
Vorgehensweise
Man übt den aufrechten Gang
ein Leben lang
zwar gebeugt nicht verbogen
fast gebrochen nicht verlogen
sanfte Stärke oft am Ende der Kraft
übt man sein Leben lang
den aufrechten Gang.
ein Leben lang
zwar gebeugt nicht verbogen
fast gebrochen nicht verlogen
sanfte Stärke oft am Ende der Kraft
übt man sein Leben lang
den aufrechten Gang.
Donnerstag, 7. Februar 2008
Fotografische Einsichten
Ein Objekt
wird durch ein Objektiv
selten objektiv
wiedergegeben
weil das Objekt
trotz Objektiv
durch den Fotografen
nicht objektiv
gesehen wird
weshalb auch die Wiedergabe
nie wirklich objektiv
gelingt
Um ein Objekt
wenn auch nicht objektiv
aber immerhin überhaupt
wiederzugeben
muss sowohl das Objektiv
als auch der Fotograf
sich öffnen
wohl wissend
dass Objektivität
eine Illusion bleibt
wird durch ein Objektiv
selten objektiv
wiedergegeben
weil das Objekt
trotz Objektiv
durch den Fotografen
nicht objektiv
gesehen wird
weshalb auch die Wiedergabe
nie wirklich objektiv
gelingt
Um ein Objekt
wenn auch nicht objektiv
aber immerhin überhaupt
wiederzugeben
muss sowohl das Objektiv
als auch der Fotograf
sich öffnen
wohl wissend
dass Objektivität
eine Illusion bleibt
Sonntag, 20. Januar 2008
Autorenautorität
es ist durchaus legitim
und der Wahrheitsfindung
dienlich
den Leser zu so zu fesseln
dass er seine Freiheit verliert
ihn in Traumhaft zu nehmen
Realitätsflucht
sowie Erhellungsgefahr
billigend in Kauf zu nehmen
Durchsuchungsbefehle erwirken
für das eigene Ich
Gedankenausbrüche
und Gefühlseinbrüche
auf die Agenda setzen
in grauen Einzelzellen
und Luftschlossfestungen
Autorenautorität
ist durchaus legitim
und der Wahrheitsfindung
dienlich
die Zeitkosten des Verfahrens
zugunsten der Persönlichkeit
und der Wahrheitsfindung
dienlich
den Leser zu so zu fesseln
dass er seine Freiheit verliert
ihn in Traumhaft zu nehmen
Realitätsflucht
sowie Erhellungsgefahr
billigend in Kauf zu nehmen
Durchsuchungsbefehle erwirken
für das eigene Ich
Gedankenausbrüche
und Gefühlseinbrüche
auf die Agenda setzen
in grauen Einzelzellen
und Luftschlossfestungen
Autorenautorität
ist durchaus legitim
und der Wahrheitsfindung
dienlich
die Zeitkosten des Verfahrens
zugunsten der Persönlichkeit
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