Dienstag, 2. Dezember 2014

Kleinanzeige

Dachbodenfund
Geheimnis umwittert
überraschend
fast völlig vergessen
unerwartet
vieleicht
ein Schatz


Weihnachten
alte Tradition
kostbar
neu zu entdecken
unbezahlbar
vermutlich
ein Schatz


Stall/Krippe
Menschwerdung
unüberbietbar
Friede den Menschen
und Gott Ehre
wahrscheinlich
der größte Schatz


leer
ohne Inhalt
ohne Jesus
kein Schatz
nur Plunder

____
Aus "Bethlehem eben" von Benedikta Buddeberg.
Die Gedichte sind als Buch im Buchhandel bzw. auch bei Amazon bestellbar:
ISBN 978-3-8370-7138-2.
(Da es über 'Book on Demand' ausgeliefert wird, dauert es meist eine knappe Woche.)

Montag, 1. Dezember 2014

24 Türchen

24 Türchen
adventkalenderlang
Zeit verrinnt wie Schnee
und irgendwer kommt an.


24 Türchen
viel zu lang die Zeit
zu den Weihnachtsferien
ob es wohl bald schneit?
können´s kaum erwarten
die Kinder jeden Tag
was der Weihnachtsabend
schönes bringen mag?


24 Türchen
adventkalenderlang
Zeit verrinnt wie Schnee
und irgendwer kommt an


24 Türchen
viel zu kurz die Zeit
backen dekorieren
alles wird bereit
Post und Päckchen schicken
nur nichts übersehn
Stress und Einkaufshektik
manchmal nicht mehr schön.


24 Türchen
adventkalenderlang
Zeit verrinnt wie Schnee
und irgendwer kommt an


24 Türchen
ziemlich lange Zeit
viel wird hier wohl passieren
das Ende doch noch weit
einfach nicht dran denken
Stunden plätschern hin
Zeit stirbt an Langeweile
fehlt auch Ziel und Sinn


24 Türchen
adventkalenderlang
Zeit verrinnt wie Schnee
und irgendwer kommt an


24 Türchen
nur noch kurze Zeit
Er wird wiederkommen
sind wir schon bereit?
alles andre lassen
und in Freut und Leid
ihm entgegengehen
nicht nur zur Weihnachtszeit 

___

Aus "Bethlehem eben" von Benedikta Buddeberg.
Die Gedichte sind als Buch im Buchhandel bzw. auch bei Amazon bestellbar:
ISBN 978-3-8370-7138-2.

(Da es über 'Book on Demand' ausgeliefert wird, dauert es meist eine knappe Woche.)
 

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Variabel


In der Sprache
der Jetztzeit
sagt man
statt Weihnacht
oder gar Christnacht
einfach trendy
Xmas

Die Variable X
nach Belieben
definiert
steht dann X
multifunktionell
für alles oder
für nichts

X = Einkaufen Geschenke Konsum
oder Festtagsbraten Saufen und Prasserei
steht für Urlaub wenigstens 3 Tage frei

X = Lichterketten Geflimmer Gebimmel
oder Weihnachtsmarkt mit Schaustellergeschrei
steht für Fressmeile Glühwein und Wurstbraterei

X = Weihnachtsmänner und Nikoläuse
oder Väterchen Frost und manch Engelein
steht für Weihnachtsmärchen im Kerzenschein

Diese Rechnung
bleibt unerwartet
sinnentleert
ist X variabel
bleibt alles
bedeutungslos
ein Nichts

X steht für Christus
einzig und ewig
konstant
-mas ist variabel
solange X
nämlich Christus
Mittelpunkt bleibt.




Samstag, 19. Oktober 2013

Gemeinsamer Nenner


Der kleinste gemeinsame Nenner
ist oft so klein,
dass man ihn einfach nicht findet.

[Hinweis von Ulrich Buddeberg:
Das gilt auch in der Politik - z.B. bei Koalitionsverhandlungen]


Mittwoch, 21. August 2013

Alternative


Die selbsternannten Herren der Welt
verwandeln alles und jeden in Geld,
brechen Landschaften und Meeresgrund auf,
bieten selbst Erbgut und Menschen zum Kauf.
Dass dabei Natur und Menschheit verliert,
intressiert nicht, wird der Gewinn maximiert.
Am Schluss der Bilanz zählt einzig Profit
und jeder, der irgend kann, macht mit.
So verwandeln die jetzigen Herren der Welt
die Erde, die Luft und das Wasser zu Geld.

Der Schlüssel zum Leben muss anderswo sein,
sagt einer und wandelte Wasser zu Wein.


[Es ist eben doch nicht alles "alternativlos". Ulrich Buddeberg]

Dienstag, 23. Juli 2013

Erinnerung an Tarragona 1976


1976 waren Benedikta und ich, Ulrich Buddeberg, gemeinsam 
in Tarragona an der spanischen Küste.
Viele Jahre später entstand das nachfolgende Gedicht:


TARRAGONALIED

Der Blick ging weit über Meer und Land
schattengrün lag der Pinienhain
sonnengetränkt waren Wasser und Sand
und wir beide mit uns allein

Lange schautest du einfach vor dich hin
hieltest mich dabei fest an der Hand
spürtest dass ich dir einfach nur nahe bin
damals hab ich dich noch kaum gekannt

Da bat ich dich mir doch zu sagen
was du siehst und was dich interessiert
Du erklärtest mir auf mein Fragen
wie man reich an Erinnerung wird

Bilder hat man im Kopf
und nicht in der Hand
kein Foto kein Film kann sie fassen
sie leben im Herzen
und erblühn im Verstand
in Farben die niemals verblassen

Dieser Himmel aus königlich blauem Samt
und das flimmernde Sommerlicht
das sich als Funkeln der Wellen am Strand
und wie Gold durch Baumkronen bricht

Den Harzgeruch und den salzigen Wind
will ich fest in Gedanken verschließen
auch dass wir hier beide zusammen sind
und das Leben gemeinsam genießen

Das Zirpen der Grillen das Wellengeraun
in den Wipfeln singt leise der Wind
wir aber schweigen und wolln einfach schaun
ein Gemälde das duftet und singt

Bilder hat man im Kopf
und nicht in der Hand
kein Foto kein Film kann sie fassen
sie leben im Herzen
und erblühn im Verstand
in Farben die niemals verblassen

Donnerstag, 27. Juni 2013

Sympathie für eine freiheitliche Türkei


Nach einer Studienreise in die Türkei im Herbst 2008
entstand zum Foto aus Kappadokien das nachfolgende Gedicht:








Kappadokische Selbstreflexion

losgelöst
vom Felsmassiv
des Großen Ganzen

vereinzelte
Formationen
unendlicher Individualität

modeliert
zu byzarrer Form
durch Wasser und Wind

pastellfarben geschichtet
kopflastig gekrönt
im Spiel von Schatten und Licht
der flimmernden Mittagsstunde
wie der atemraubenden
Sonnen Auf- und Untergänge

Wohlbekanntes erscheint
dem Auge des Betrachters
verknüpft durch
Gedankeninterpretationen
eingeordnete Bildern.
bleiben letztlich unbeschreiblich

Nur ein Teil
vom Felsmassiv
des Großen Ganzen

das Selbst
als Formation
unendlicher Individualität

modeliert
durch Kälte und Hitze
Freud und Leid

scheint unveränderlich
dem Auge des Betrachters
weiß aber selber
um die Kraft der Korrosion
und ist in Wahrheit
jedem Morgenlicht neu